Fakten statt orange Fake News – auch bei den Müllgebühren

„Unglaublich!“ – so mögen viele Leserinnen und Leser auf den Artikel „Teurer Müll und Alternativen“ in den ZB-News reagiert haben. Darin wird behauptet, die Marktgemeinde Breitenfurt verlange im Vergleich zu anderen Gemeinden nahezu doppelt so hohe Müllgebühren.

Matthias Hahn, Gemeinderat der Liste Zukunft Breitenfurt schreibt: „Ein Vergleich mit anderen Gemeinden zeigt, dass es auch anders möglich ist.“
Als Beleg wird eine Grafik auf Seite 4 der ZB-News vom März 2026 vorgelegt:

Siehe Anhang, Grafik 1

Für wie dumm werden die Breitenfurterinnen und Breitenfurter hier eigentlich verkauft – und wie plump wird mit falschen Zahlen gearbeitet? Orange Fake News halten wiederum einen sachlichen Vergleich nicht Stand. 

Wie setzen sich Müllgebühren tatsächlich zusammen? 

„Müllgebühren“ setzen sich aus Abfallwirtschaftsgebühr, Abfallwirtschaftsabgabe und Umsatzsteuer zusammen, jeweils für Restmüll und Biomüll. Jede Gemeinde organisiert diese Bereiche unterschiedlich – etwa hinsichtlich Abholintervallen, Behältergrößen oder Gebührenmodellen. Ein seriöser Vergleich ist daher nur möglich, wenn diese Unterschiede vollständig berücksichtigt werden. 

In Breitenfurt zahlen die Bürgerinnen und Bürger für eine 120-Liter-Restmülltonne eine Jahresgebühr. Die 120-Liter-Biomülltonne wird von der Marktgemeinde Breitenfurt kostenfrei zur Verfügung gestellt – es fallen dafür keine zusätzlichen Gebühren an.

Das sieht in verschiedenen Gemeinden anders aus:

In Laab und in der Gemeinde Wienerwald ist die Biotonne beispielsweise separat zu bezahlen. Die Abfallwirtschaftsabgabe als wesentlicher Bestandteil der Müllgebühr dürfte im orangen Universum bislang ebenfalls niemandem aufgefallen sein. Dass Herr Hahn für seinen Vergleich darüber hinaus auch noch mit veralteten Vergleichszahlen arbeitet, nimmt der Darstellung endgültig jede Relevanz. In Summe reicht das nicht einmal mehr für den sprichwörtlichen Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

Eine kurze Nachfrage bei den jeweiligen Gemeindeämtern – und Simsalabim, Abrakadabra: Im Vergleich mit anderen Gemeinden ist Breitenfurt plötzlich gar nicht mehr teurer.

Genau das passiert, wenn mit korrekten, aktuellen und vollständig erhobenen Zahlen gearbeitet wird – und man die orange Wunderwelt verlässt und im realen Leben ankommt:

Siehe Anhang, Grafik 2

Alle Gemeinden stehen aktuell vor der gleichen Herausforderung: einer massiv gestiegenen Kostenstruktur. Keine Gemeinde erhöht Müllgebühren aus Willkür. Überall geht es darum, das Gemeindebudget unter schwierigen Rahmenbedingungen überhaupt noch steuern zu können. 

Umso wichtiger ist es, dass mit Zahlen verantwortungsvoll umgegangen wird. Seien wir froh, dass es Menschen gibt, die diese Zahlen im Griff haben – und keine Politik auf Basis von Fake News betreiben.

Die im Finance Round Table präsentierten Zwischenergebnisse zu Verbesserungen wurden nun von dem Zuhörer Matthias Hahn als eigene Forderungen der Liste ZB medial eingebracht (!)

Es wird Zeit, dass die Liste ZB ihr offenbar durchgängiges problematisches Verhältnis zu Zahlen künftig besser in den Griff bekommt. Wir ermutigen die Breitenfurterinnen und Breitenfurter daher, kritisch zu hinterfragen, was von Larissa Putz, Christian Makas, Harald Morr und Matthias Hahn angekündigt, versprochen und erzählt wird – und was davon einer faktenbasierten Überprüfung standhält.

Ihr geschäftsführender Gemeinderat für Finanzen
Holger Hirmann