Unsere Landwirtschaft unter Druck – wenn der Regen ausbleibt

Der heurige Sommer hat uns allen gezeigt, welche Kraft Hitze und Trockenheit entwickeln können. Während viele von uns vermehrt unangenehm heiße Tage wahrnehmen, ist die anhaltende Hitze für unsere Bäuerinnen und Bauern eine existenzielle Herausforderung. Als Bürgermeister und Bio-Landwirt erlebe ich diese Situation unmittelbar und möchte Sie über die aktuelle Situation informieren.

Die anhaltende Hitze und die fehlenden Niederschläge haben auch in Breitenfurt deutliche Spuren hinterlassen. Wiesen, die normalerweise mehrmals im Jahr Futter liefern, konnten vielerorts kaum mehr nachwachsen. Insgesamt verzeichnen unsere Landwirte ca. 70 % Mindererträge im Grünland. Bundesweit ergab sich ein Schadensausmaß von rund 1 Mrd. durch die Dürre. Grünlandbestände wurden in vielen Regionen irreversibel geschädigt, doch die Flächen werden bereits für die kommende Saison und die sich ändernden Klimabedingungen fit gemacht.

Folgen für Tierhalter

Für tierhaltende Betriebe ist das besonders problematisch, denn das Futter für den kommenden Winter wird normalerweise auf den eigenen Wiesen und Feldern erzeugt. Wenn diese Ernte ausbleibt, muss Futter zugekauft werden – und genau hier beginnt das nächste Problem. Die Nachfrage nach Heu, Silage und anderen Grundfuttermitteln ist derzeit wesentlich größer als das verfügbare Angebot.

Auswirkungen in Breitenfurt

Unsere Landwirtschaft ist stark vom Grünland und von ausreichenden Niederschlägen abhängig. Wenn Wiesen nicht wachsen, fehlt nicht nur das Futter für den eigenen Viehbestand, sondern auch der Weiterverkauf an Pferdehalter bleibt aus. Es entstehen zusätzliche Kosten für Zukäufe, während die Einnahmen aus der Landwirtschaft keineswegs automatisch mitsteigen. 

Fortführung der Betriebe

Die derzeitige Situation ist angespannt, doch aktuell müssen wir nicht davon auszugehen, dass flächendeckend Tiere geschlachtet werden müssen. Für einzelne Betriebe kann eine Verkleinerung des Tierbestandes zwar zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit werden, die Landwirte in Breitenfurt sind aber zuversichtlich und berichten, dass die Fortführung ihrer Betriebe aktuell gesichert ist – durch Zukäufe gibt es genug Futter für die Tiere, jedoch auch große finanzielle Einbußen.

Dürre-Hilfspakete 

Landwirtschaftskammer und -ministerium haben aufgrund der außergewöhnlichen Situation verschiedene Erleichterungen auf den Weg gebracht. Unter anderem wurde für Biobetriebe unter bestimmten Voraussetzungen der Zukauf konventioneller Grundfuttermittel ermöglicht und über die Futtermittelbörse sollen Angebot u. Nachfrage in Einklang gebracht werden. Es gibt Erleichterung für die Gewährung der ÖPUL-Prämien.

Als Gemeinde können wir, gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern, das Wetter nicht beeinflussen. Wir können aber dazu beitragen, unsere bäuerlichen Betriebe und ihre Arbeit sichtbar zu machen und bewusst regional einzukaufen. Hinter jedem Liter Milch, jedem Stück Fleisch und jedem regionalen Produkt steht ein Familienbetrieb, der heuer mit Bedingungen kämpfen muss, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. 

Unsere Landwirte leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gemeinde. Gerade in einem solchen Ausnahmejahr verdienen sie noch mehr Anerkennung und Solidarität. Als Bürgermeister und Landwirt ist mir eines besonders wichtig: Die Landwirtschaft muss auch in Zukunft in Breitenfurt ihren festen Platz haben. Sie prägt nicht nur unsere Landschaft und Kultur, sondern ist verlässlicher Garant für unsere hohe Lebensqualität. 

Ihr Bürgermeister
Wolfgang Schredl