Nicht mehr mein Gemeinderat

Ende September habe ich nach mehr als 15 Jahren im Gemeinderat der Marktgemeinde Breitenfurt mein Mandat zurückgelegt.

15 Jahre, in denen ich die verschiedensten Funktionen innehatte: Jugendreferent, Ausschussvorsitzender, Abgesandter in den Schwechat Wasserverband und zum Schluss geschäftsführender Gemeinderat für Finanzen, Mitglied des Prüfungsausschusses des Abwasserverbandes und Teil des Katastrophenstabes der Gemeinde.

Oft wurde ich gefragt, warum ich das mache. Meine Antwort war stets: für die Menschen in Breitenfurt, damit dieser Ort funktioniert und sich weiterentwickelt. Und es hat mir auch immer Freude bereitet. So habe ich z.B. viel Motivation auf den Veranstaltungen in Breitenfurt gesammelt. Ob beim Feuerwehrfest oder der Pferdesegnung, ob beim Bauernmarkt, Krampuslauf oder Christkindlmarkt. Oft habe ich mich einmal auf die Seite gesetzt und mir die fröhlichen, feiernden Mitbürgerinnen und Mitbürger angesehen. Habe ihre Freude in den Gesichtern gesehen und mir gedacht: dafür mache ich das. 

Ich durfte viele Personen kennenlernen, mit Freunden und Gemeinderatsmandataren gut für unseren Ort arbeiten.

Viel Verständnis habe ich von meinem Arbeitgeber und meinen Kollegen bekommen. Wenn ich wegen Gemeindeterminen früher aus dem Büro weg musste oder in meinen Urlauben am Gemeindeamt gesessen bin und mich dem Bauhof oder den Finanzen gewidmet habe.

Warum machst Du das? 

– Weil es mir ein Anliegen ist, dass der Gemeindebetrieb funktioniert und es in meiner Verantwortung liegt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an meine Kolleginnen und Kollegen. Außerdem an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde – ganz speziell an Amtsleiter Michael Klinger, der mich stets fachlich sehr unterstützt hat.

Meine Familie hat mich in diesem Tun ebenfalls immer unterstützt. Daher möchte ich mich auch bei Ihnen bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass Geburtstagsfeiern und sonstige Familien-Events verschoben werden, weil eine Gemeindeveranstaltung stattfindet oder gar die Familientermine um diese herum geplant werden. 

Warum machst Du das? 

– Weil ich bei Veranstaltungen dabei sein möchte, um der Bevölkerung die Gelegenheit zu geben mit mir in Kontakt zu treten. Dann kam das Jahr 2024. In diesem Jahr wurde ein Projekt vorgestellt, dass ich für sehr sinnvoll für unsere Gemeinde gehalten habe – das Primärversorgungszentrum (PVZ) auf den Breitenedergründen. Ein Projekt, das in unserem Ort eine Polarisierung ausgelöst hat, die aus meiner Sicht aus so manchen Menschen die schlimmsten Seiten zum Vorschein brachte.
Drohbriefe gegen das Eigentum von meinem Freund und Bürgermeister Wolfgang Schredl. Partezetteln an den Bürgermeister und den damaligen Vizebürgermeister, in denen deren Ableben angekündigt wurde. Demonstrationen, aufgrund derer eine Gemeinderatssitzung nicht ordnungsgemäß abgehalten werden konnte und mit Sicherheitspersonal neu angesetzt werden musste. Fassungslos haben mich Ortsansässige und Personen außerhalb unserer Ortschaft gefragt, was denn bei uns los sei.

Warum machst Du das? 

– Weil ich davon überzeugt bin, dass es richtig ist und ich meine Freunde im Gemeinderat und in der Partei unterstützen möchte. Nach der Volksbefragung zum Projekt auf den Breitenedergründen war ich schockiert, wie sich die Bevölkerung durch die abenteuerlichsten Märchen beeinflussen hat lassen. Gerüchte von Hubschrauberlandeplätzen, gesponserten Rotlicht-Lokal-Besuchen und sonstige Absurditäten waren im Umlauf. Aber als Demokrat akzeptiere ich selbstverständlich das Ergebnis der Befragung!

Warum machst Du das? 

– Ab hier musste ich schon länger nachdenken… Weil die Bevölkerung meiner Meinung nach getäuscht wurde und weil ich meinen Freund und Bürgermeister Wolfgang Schredl weiter unterstützen möchte. Im Jänner 2025 fragte mich dann unser Parteiobmann Wolfgang Schredl, ob ich – trotz meiner beruflichen Veränderungen – weiterhin für das Amt des geschäftsführenden Gemeinderates für Finanzen zur Verfügung stehe. Meine Antwort: Wenn Du mich brauchst, dann bin ich da.
Die Gemeinderatswahl 2025 ging bekanntlich weniger gut für die ÖVP aus. Jene Personen, die vor der Volksbefragung gegen das Projekt des PVZ Stimmung gemacht haben, verzeichneten einen Erfolg bei dem Urnengang. Die Enttäuschung bei mir war sehr groß, dass wieder viele Breitenfurterinnen und Breitenfurter jenen gefolgt sind, die bei der Volksbefragung so viel negative Energie eingebracht haben. 

Warum machst Du das? 

– Für meinen Freund und Bürgermeister Wolfgang Schredl. Gleich in der ersten Gemeinderatssitzung nach der konstituierenden Sitzung verlautbarte die Fraktionsvorsitzende von Zukunft Breitenfurt, dass sie ein für alle Mal klarstellen möchte, dass die Liste Zukunft Breitenfurt nichts mit der Initiative Zukunft Breitenfurt zu tun hat. Ich war verblüfft über diese – meiner Meinung nach – Wählertäuschung, zumal Farbe und Auftritt beider Organisationen nahezu ident waren.
Von da an war die Gemeindearbeit äußerst schwierig und emotional anstrengend. Es zeigte sich, dass die Unwissenheit und offensichtlich auch vollkommen falschen Vorstellungen hins. der Gemeindearbeit der neuen Mandatare (egal ob grün oder orange) – gepaart mit der Meinung Oppositionsarbeit machen zu müssen, obwohl es keine Koalition zustande gekommen ist – nicht nur die Sitzungen unendlich in die Länge gezogen haben, sondern – aus meiner Sicht – auch komplett irrationale Gedankengänge hervorgerufen haben. Beispiele wie ein Campingplatz oder Baumhotel zur Rettung der Gemeindefinanzen oder die Vermietung des Postgebäudes an einen Onlineunternehmer um EUR 3.000,00 mtl. (!) würde ich nur als Utopien bezeichnen.
Schlussendlich haben noch unerlaubte Tonaufzeichnungen einer nicht öffentlichen Sitzung mein Bild der Zusammenarbeit im Gemeinderat  komplett zerstört. Meinen Ärger darüber habe ich natürlich auch nach Hause und an meinen Arbeitsplatz getragen, was dort nur Kopfschütteln auslöste. 

Warum machst Du das? 

– Lieber Wolfgang! Es tut mir leid, ich schaffe das in dieser Form nicht mehr! Das ist nicht mehr mein Gemeinderat!
Ich hoffe, Du verzeihst mir, dass ich nun mein Mandat zurückgelegen musste, bevor es an meinen Gesundheit geht. Ich werde Dich weiterhin außerhalb des Gemeinderats unterstützen und wünsche Dir und unseren Freunden viel Kraft für die weitere Gemeindearbeit!